Ohne es groß aufzuziehen

Ich: Wow, jetzt fühle ich mich noch, als ob ich zwischen den Stühlen sitze. Diese Wohnung in Phnom Penh kann ich nicht so richtig als „zuhause“ annehmen, auch wenn es eigentlich ziemlich cool hier ist. Aber ich sollte mich nicht daran gewöhnen, denn bald geht es ja erst wirklich los. Dann kann ich endlich Abstand nehmen und habe mehr Zeit für mich, lerne unglaublich viel Neues und vor allem Menschen und deren Leben kennen. Das wird bestimmt nicht immer einfach werden, vielleicht sogar die größte Herausforderung meines bisherigen Lebens, aber lohnen wird sich die Erfahrung allemal. Ich kann es gar nicht mehr abwarten!

Undefinierbare Stimme aus dem Off: Du solltest Moto fahren lernen. Tien hat sich eins gekauft; du hast einen Führerschein in Deutschland; hier braucht man für die Dinger sowieso keine Lizenz und spätestens auf der Provinz müsstest du es auch lernen. 

Ich: Ja, du hast Recht, ich könnte das vielleicht wirklich mal ausprobieren. Nur sollte ich wirklich vorsichtig sein, ich will ja nicht, das etwas passiert. 

Undefinierbare Stimme aus dem Off: Ach ja, was soll denn da groß passieren? Hier fahren schon Kinder mit den Dingern. Helm auf und los. 

Tien bringt mir kurzerhand das Motofahren bei und auch wenn noch etwas unsicher, habe ich das Gröbste bald kapiert. 

Ich: Jetzt wo ich Moto fahren kann, sollte ich mich jedoch nicht übernehmen und verantwortungsbewusst handeln. Gerade bei dem Verkehr hier halte ich mich lieber zurück.

Undefinierbare Stimme aus dem Off: Hey, das ist das letzte Wochenende hier in Phnom Penh, willst du nicht nochmal was mit den Mitfreiwilligen unternehmen? So bevor es für dich endlich auf die Provinz geht?

Ich: Ja, das klingt gut. Was könnte man den machen, was nicht irgendein Risiko mit sich bringt, dass meinen langersehnten Umzug auf die Provinz verschieben würde. 

Undefinierbare Stimme aus dem Off: Wie wäre es, wenn ihr zur Tempelanlage „Tonle Bati“ etwas außerhalb von Phnom Penh fahrt und dort euren Nachmittag verbringt? Das wären ungefähr eineinhalb Stunden Mopofahrt. Da ihr zu viert seid und zwei Motos habt, fahrt ihr zu zweit auf einem. Da nur einer der anderen fahren kann bzw. es sich zutraut, fährst du ein Moto. Eineinhalb Stunden lang. Mit Flipflops, T-shirt, kurzer Hose. Du kennst die Straßen nicht. Mit jemandem hinten drauf. 

Ich: Ok. Klingt nach einer super Idee.

Nach einer gelungenen Hinfahrt und einem schönen, aber auch heißen Tag bei der Tempelanlage fahren die vier auf einem anderen Weg Richtung Phnom Penh. Es ist eine atemberaubende Landschaft und das Motofahren macht richtig Spaß. Dann wird es langsam dunkel. 

Undefinierbare Stimme aus dem Off: Ja, es ist immer besser, neue Straßen kennenzulernen, fahrt lieber nicht den Weg zurück den ihr gekommen seid und wo alles gut lief.

Ich: Ok. Es wird bald dunkel, vielleicht sollten wir bald zurück fahren, es könnte sonst unangenehm auf der Straße werden. 

Undefinierbare Stimme aus dem Off: Ach was, genieße doch noch ein bisschen die tolle Landschaft und den kühlenden Fahrtwind!

Ich: Ok. Jetzt ist es aber wirklich schon dunkel, ich werde geblendet und sehe die Straße kaum…

Undefinierbare Stimme aus dem Off: Vorsicht ein Schlagloch.

Ich: Oh..

Undefinierbare Stimme aus dem Off: Jetzt zieh die Sache bloß nicht zu groß auf…

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