„Was machst du überhaupt so auf der Provinz?“

Wie sieht denn nun eigentlich dieser Alltag auf der Provinz aus, von dem ich öfters mal schreibe? Nun ja, natürlich nicht immer gleich und von Monat zu Monat ändern sich auch gewisse Umstände, aber hier mal etwas Konkretes:

5:40 Uhr. Der Wecker klingelt und falls ich nicht schon wach bin, merke ich jetzt, wie wenig Lust ich auf mein kommendes Vorhaben habe: Sport. Ich, ein Morgenmuffel sondergleichen, ist hier gezwungen (von mir selbst, um genau zu sein) die ersten, noch nicht allzu heißen Stunden des Tages zu nutzen. Unfreiwillig zum Frühaufsteher wird man hier sowieso, was eigentlich auch recht angenehm und gesund ist. Nur dann auch wirklich loszulegen ist trotzdem immer eine Überwindung.
Heute wird beim Sonnenaufgang gejoggt, was mir wie immer verwirrte, belustigte oder entsetzte Blicke, sowie das Kläffen einiger Hunde beschert. Ich erwidere stets mit einem Lächeln, auch wenn ich dabei stets aktive Rodung sowie ihre Folgen sehe. Nach einer Dusche und Anziehen um

8:00 Uhr zum Haus der Gastfamilie. Das leckere Frühstück steht schon auf dem Tisch und auch die freundliche Aufforderung meiner Gastmutter „Hoop Bai“ (Eigentlich „Reis essen“ oder „essen“ in dem Falle aber „Iss Reis“ oder „Iss“) darf natürlich nicht fehlen.

 

 

Daraufhin laufe ich ca. 500 Meter zur Schule, in der ich um
8:30 Uhr (Uhrzeiten variieren) die Lehrer für ca. eine Stunde unterrichte. Wenn es nicht irgendetwas besonderes zu bereden oder machen gibt, gehe ich anschließend wieder in Richtung Gastfamilie, fülle meine Flasche auf, setzte mich zu ihnen und wir quatschen ein wenig.

 

 

Um ca.
10:30 Uhr bin ich zurück in meinem Haus, begrüße Sybille, falls sie sich blicken lässt und lege mich je nach Laune und Temperatur (es wird nun langsam heiß) entweder in die Hängematte oder auf meine Matratze. Jetzt habe ich etwas Freizeit, die ich zum a) Khmer lernen b) ausruhen – ggf. lesen oder dösen c) Blog schreiben oder für sonstige z.B. organisatorische Dinge nutze. Der Ventilator ist mir dabei mein bester Freund.

 

 

Mittagessen gibt es dann ca. um
13:00 Uhr, wenn ich mich schon etwas überwinden muss, den Weg durch die Sonne anzutreten. Alleine bin ich bei Mahlzeiten eigentlich nie und manchmal sind zu dieser Zeit auch Leute unterm Haus, die ich jedoch nicht immer sofort zuordnen kann. Ob nun Verwandte, Freunde, Nachbarn oder andere Bekannte – ich setzte mich einfach dazu. Das kann durchaus ganzen Nachmittag in Anspruch nehmen, wenn auch noch Früchte aus dem Garten oder anderen Snacks serviert werden (und auch meine Khmer Kenntnisse Fortschritte zeigen).
Oder aber alle liegen aufgrund der Hitze einfach flach und ruhen sich aus. Dann schleiche ich mich nach dem Essen wieder zurück in mein Haus und setzte entweder meine Arbeiten des Vormittags fort, oder fahre schon mal um ca.
14.00 Uhr ins nächste Dorf – Bamnak. Dort gibt es nämlich Internet, falls ich es doch mal brauche.

Um
15:00 Uhr (Wenn ich in Bamnak bin etwas später, da es auf dem Weg liegt) setzte ich mich aufs Moto und fahre ca. 50 Minuten zum Ökotourismusprojekt Chrok La-Eang. Dort unterrichte ich von
16:00-17:00 Uhr und auf dem Rückweg kaufe in auf dem Markt in Bamnak noch Tofu ein.

 

Wenn ich zurückkomme, bleibt wenig Zeit zum verschnaufen, da ich um
18:00 Uhr meine abendliche Englischstunde halte.

Wenn ich dann um
19:10 Uhr wieder bei der Gastfamilie ankomme, bin ich meistens ziemlich geschafft. Wieder steht das leckere Essen bereits auf dem Tisch und ich lasse es mir schmecken. Anschließend verabschiede ich mich mit einem „Ri-e träi Suesedäi“ (Das heißt eigentlich gute Nacht bzw. guten Abend. Mir kommt es zwar vor, als ob man sich hier nicht wirklich „Gute Nacht“ sagt, da ich immer der Einzige bin, aber da es inzwischen mein Markenzeichen geworden ist und der allgemeinen Belustigung dient, führe ich dieses Ritual fort). Nach Duschen, umziehen etc. liege ich dann um

19:45 Uhr wieder entweder in der Hängematte oder auf der Matratze und lasse den Abend – meistens lesend – ausklingen. Viel mehr kann ich zu dieser Uhrzeit – und Dunkelheit – sowieso nicht machen, sodass ich auch besonders froh über meinen E-reader bin, ohne den ich eine insektenanziehende Lampe bräuchte, um lesen zu können. Einen sehr angenehmen Schlafrhythmus bescheren mir dann meine Augen, wenn sie ca. um

21:00 Uhr zufallen und mir genügend Zeit lassen, mich für den nächsten Tag auszuruhen.

 

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