Regen

Regen (auf dem Land)

Ich liege bequem in der Hängematte, lerne etwas Khmer und genieße die Ruhe der Nachmittagsstunden. Die Wolkendecke zieht sich langsam zu und dann, für einen kurzen Augenblick hält alles den Atem an, lauscht und spürt: Regen.
Er legt sich über die gesamte Umgebung, sein kühler Mantel bedeckt die warme Trockenheit und mir steigt der frische Duft von nassem Holz und feuchter Erde in die Nase. Ich begegne diesem Nachzügler der Regenzeit mit erhabener Sentimentalität und denke zurück.
Regen in Deutschland. Ich sehe grau-nasse Tage, matschige Heimwege und meinem Wunsch, so schnell wie möglich ins gemütliche Zuhause zu entkommen.
Ich merke, Regen hat immer dieses gewisse etwas an sich –anscheinend überall auf der Welt. Auf verwirrende Art und Weise lässt mich dieser Moment also an einen deutschen Herbsttag denken, auf der anderen Seite bemerke ich die klaren Unterschiede.
Es ist ruhiger.
Routinierter.
Gelassener.
Die Büffel auf dem Feld nehmen es genauso unbeeindruckt hin, wie die sanften Berge dahinter. Statt entgegen zu streben, wird er an- und aufgenommen. Das nasse Ereignis ist viel mehr erquickend als belastend. Grau, wie in meiner Erinnerung, ist hier nichts. Alles leuchtet auf, erstrahlt in neuen Grüntönen und zaubert mir ein Lächeln auf die Lippen.
Der Regen hier ist etwas wundersames.

 

(Naja, nur vielleicht nicht gerade, wenn man im Phnom Penher Verkehr sein Fahrrad mit Freuden gegen ein Schlauchboot umtauschen würde)

 

– Momentaufnahme vom Dezember 2018

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